Krebs – ein sensibles Thema. Dennoch die Frage: Warum eine weitere Stiftung?
„Das E in DeSEK steht für Erforschung von Krebskrankheiten. Unter Krebsforschung wird heute allgemein der Versuch verstanden, Diagnose und Therapie zu verbessern. Wir aber wollen die Erforschung fördern, das heißt, wir wollen verstehen lernen, wie der Krebs entsteht.“
Weiß man das nicht längst? Zum Beispiel durchs Rauchen.
„Rauchen ist nur Ursache – noch dazu eine von vielen. Das erklärt uns noch nicht, wie der Krebs entsteht. Wir unterstützen Projekte, die die Krebsentstehung auf dem Niveau einzelner Zellen erforschen. Die heutigen bildgebenden Verfahren zeigen einen Tumor erst, wenn bereits etwa eine Milliarde Krebszellen gebildet sind. Kennen wir aber den Entstehungsprozess, könnte eine Therapie viel früher einsetzen.“
Das ist die biomedizinische Seite. Was will die Stiftung in der Öffentlichkeit erreichen?
„Man kann sich nur für eine Sache interessieren, von der man etwas weiß. Wenn wir es schaffen, das Interesse an der Frage ‚Wie entsteht Krebs?‘ zu wecken, dann ist das ein riesiger Erfolg für uns.“
Thema Bauen: Frau Raskob, würden Sie sagen, dass Essen total verbaut ist?
„Nein. Gerade in letzter Zeit hat sich viel getan. Die Kulturbauten, vom Museum Folkwang bis zum Ruhrmuseum, sind z.B.neu geordnet worden. Aber auch die neue Thyssen-Krupp-Hauptverwaltung hat Vorbildcharakter. Das ist Baukultur.“
Thema Umwelt: Was hat sich da getan?
„Hier war ‚Essen – neue Wege zum Wasser‘ das größte Projekt. Angelehnt an die Emscher-Renaturierung haben wir die Grünflächen deutlich aufgewertet.“
Thema Verkehr: Auto oder Fahrrad – was hält Sie in Bewegung?
„Da ziehe ich das Fahrrad vor. Ich bin ein absoluter Bewegungsmensch. Ich liebe zum Beispiel das Klettern in den Bergen, aber auch einen Segeltörn auf der Ostsee.“
Sie sind langjähriges Mitglied im ‚Förderturm e.V.‘. Warum engagieren Sie sich gerade bei dieser Insititution?
„Ich war von Anfang an von der Idee, die dahintersteckt, begeistert. Die meisten Mitglieder des Förderturm e.V. haben in ihrem Leben viel Glück gehabt. Jetzt ist die Zeit da, ein bisschen davon abzugeben. Hier weiß ich, dass jeder Euro, der gespendet wird, auch direkt bei den Kindern und Jugendlichen ankommt.“
Gibt es in den letzten Jahren ein Projekt, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
„Ich bin bis heute schwer beeindruckt vom Förderturmhaus an der Zeche Carl. Ich komme selber aus Altenessen und weiß, dass gerade in diesem Stadtteil mit Migrationshintergrund für die Menschen vieles nicht so einfach ist. Durch das Haus haben die Kinder aus der Umgebung eine Chance bekommen. Sie werden hier von Erziehern und Pädagogen nach der Schule betreut und gefördert. Die laufenden Kosten werden komplett durch Spendengelder des Förderturm e.V. getragen.“
Heimat-Tour durch Essen – warum? Als Essener kennen Sie doch unsere Stadt.
„Wir sind stolz auf unsere Heimatstadt! Dies wollten wir durch unsere Heimat-Tour interessierten Bürgerinnen und Bürgern zeigen und mit ihnen die verborgenen Seiten Essens entdecken. Diese Aktion bot die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.“
Welche Eindrücke haben Sie auf Ihrer Tour gewonnen?
„Zunächst, wie grün unsere Stadt ist! Beeindruckend ist, wie viele Einzelpersonen und Vereine sich für die Heimatgeschichte engagieren und diese lebendig halten. Auch ich habe viele neue, unbekannte Seiten unserer Stadt kennengelernt.“